Nichts, Nuit und Agape (auch als Video)

Bald bin ich 15 Jahre Mitarbeiter der Wikipedia (WP), zwar nur ein paar Tausend Edits und ca 75 Artikel erstellt, aber ich fand das Projekt der Wikipedia eigentlich echt super. Doch in den Jahren, besonders der letzten 3-4 Jahren fiel mir auf, dass die WP immer mehr zu einer Denunziation-Seite und Meinungsseite wird. Woran liegt das eigentlich?

In der WP werden Artikel nach „Belegen“ erstellt, wenn möglichst, sollten Behauptungen in den Artikeln mit wissenschaftlichen Belegen belegt sein. Wissenschaft ist per se immer und nur dann Wissenschaft, wenn sie neutral ist und immer und egal wo das Experiment gestartet wird, beobachtbar ist bzw das gleiche Ergebnis hervorruft. Dass wir das in der heutigen Zeit nicht mehr haben, wird dann einem klar, wenn einem bewusst wird, dass Wissenschaftler bezahlt werden für „Ergebnisse“ die einem Unternehmen/Staat gefallen, damit diese ggf. ihre Absätze/Propaganda erhöhen/glaubwürdiger machen können. Aber abgesehen davon, gibt es in der WP noch andere, sogenannte „glaubwürdige“ Belege: die Qualitätsmedien. Qualitätsmedien sind immer Medien die einer „Norm“ eines Staates/Meinung entspricht. Punkt! 🙂 Der Staat/die Medien wird sich beugen, wenn die Meinung aller Steuerzahler eine andere ist, als die des Staates/der Medien. Und diese Steuerzahler es darin zeigen, in dem sie eine Woche nicht mehr arbeiten gehen bzw einfach ihre Abos abbestellen und deren Webseiten nicht mehr besuchen gehen. Ebenso beugt sich der Steuerzahler solange, wie er an die Glaubwürdigkeit eines Staates/der Medien glaubt.

Sind wir doch mal ehrlich, genauso wie es in der Politik kaum noch Unterschiede zwischen den Parteien gibt, bis auf die AFD, so gibt es bei den Qualitätsmedien auch kaum noch Unterschiede. Die Überschriften gleichen sich, die Inhalte ebenso und der Tenor bleibt gleich. Es gibt Ausnahmen, aber entweder sind/werden diese nicht relevant oder diese Ausnahmen bestätigen die Regeln.

Und diese subventioinerten (also vom Staat aka Steuerzahler bezahlten) Medien werden in der WP als Belege geführt. Wäre ein Hitler an der Macht, würden die Qualitätsmedien seinen Popo genauso lecken wie es heute der Fall ist. Das hat null und nada mit Neutralität zu tun, sondern nur mit Meinungsmache, um eben die Menschheit zu lenken (was ich nicht mal so als falsch sehe, die Menschheit zu lenken, die Frage ist nur: quo vadis?).

Eigentlich sollte mich das als Mitarbeiter der WP beschämen und tut es auch ab und an, aber im Grunde ist es nur ein Spiel. Denn, stellen wir uns vor, wie es in 1000 Jahren sein könnte. Ist dann die WP immer noch relevant? Gab es jemals eine Regierung welche 1000 Jahre bestand hatte? Stellen wir uns weiter vor, jeder von uns lebt auf der Erde 10.000 Jahre. Würden wir dann die WP nicht wie ein Jahreswechsel betrachten und sagen, ach, das vergeht wieder, bald kommt x und y, dann wieder z und dann die WP.

Dabei stellt sich aber doch DIE eine erschreckende Frage, leben wir doch in einer Stagnation, in einer Matrix in etwas Vorhersehbarem? Haben wir doch keinen freien Willen und schon gar nicht einen wahren Willen?

Diese Frage habe ich leider, also für mich, noch nicht beantworten können.

Aber, zumindest etwas, laut meiner Logik, ist Agape folglich Stagnation. Agape muss entdeckt werden, um der Liebe willen. Lieben bedeutet für mich immer alles zu akzeptieren und ich meine tatsächlich „Alles“. Eine Liebe zwischen 2 Menschen ist nur eine Geschichte der Konditionierung/Prägung, welche wir durch unsere Vergangenheit (dazu zähle ich die vorherigen Leben dazu) erfahren haben. Wir sehen bzw „erleben“ etwas, werden getriggert und voila reden wir von Liebe. Dabei ist es nur eine gewisse Sympathie zu Mensch oder Ding, denn, und das ist der Unterschied, andere Menschen/Dinge „lieben“ wir dabei nicht.. Eine Liebe zu allen Menschen ist etwas völlig anderes. Versuche doch mal, Menschen zu lieben die etwas „krankhaftes“ gemacht haben oder eine Liebe zu allen Autos, allen Farben, allen Gedanken etc. Es. ist dann zwar eine Kategorie der Unmöglichkeit, aber zumindest erstrebenswert und für mich ganz klar Agape: Liebe ist das Gesetz.

Agape ist das was wir kennen und noch nicht kennen. Nuit, das Universum, ist „die unendliche Sterne darin“. Sterne sind Götter. Götter sind (auch) Menschen und Menschen bestehen aus hundertausenden (und noch viel mehr) von Möglichkeiten. Möglichkeiten wie wir unseren Kaffee kochen und trinken, wie wir Sex ausüben, wie wir arbeiten, wie wir einen Vogel anschauen. Und jede Möglichkeit „will“ entdeckt werden. Das Unentdeckte ist eben das Nichts, was aber schon da ist und das Entdeckte ist die Möglichkeit sich damit zu verbinden, obwohl wir beim „entdecken“ uns schon damit verbunden haben, weil wir es eben entdeckt haben. Und doch wollen wir es nicht als ein Teil von uns akzeptieren und sagen, das gehört nicht zu mir. Wir trennen uns von dem was ein Teil von uns ist und uns ausmacht. Ist das nicht etwas absurd? Wozu sich von etwas trennen was wir kennen und ein Teil von uns ist? Vielleicht liegt es einfach nur daran, weil wir eine gewisse Vorstellung von uns und der Welt haben? Und alles was nicht dazu gehört, gehört vernichtet, was aber nie passieren wird…. Wir können gar nicht anders als zu lieben, eben weil wir es entdeckt und damit akzeptiert haben. Und trotzdem sagen wir nein zu einer Spinne, zum Tod, zum Krieg, zur Regierung zu wasauchimmerwirneinsagen. Damit versuchen wir aber das zu Nichten was wir auch sind, nämlich: Liebe ist das Gesetz.

Ergo: Tu was du willst!

8 Kommentare zu „Nichts, Nuit und Agape (auch als Video)

  1. Ja die Wikipedia… macht mir seit langem kaum noch Freude. Ich verstehe deine Ernüchterung sehr gut. Was tun?
    – ich würde auf ebay nach einem möglichst aktuellen Universal-Lexikon Ausschau halten (wenn nicht die Versandkosten wären …)
    https://oedb.org/ilibrarian/top-7-alternatives-to-wikipedia/ stellt Alternativen zur WP vor. (Leider sind nicht mehr alle Alternativen online)

    Diese Seite finde ich schon deshalb gut, weil es die einlullende Apathie aufstört, die sagt, es gäbe nun mal heute nur die WP und sonst nichts. – Falsch! Es gibt andere! Sogar MSN Encarta und die Encyclopedia Britannica haben sich gehalten. Das sind alte Namen voller Wohlklang 🙂

    Du schreibst: „Eigentlich sollte mich das als Mitarbeiter der WP beschämen und tut es auch ab und an, aber im Grunde ist es nur ein Spiel.“ Meines Erachtens sollte dich daran nichts beschämen, dafür hängen viel zu viele andere Menschen da drin, auf die du keinen Einfluss hast. Verantwortlich könntest du nur sein, wo du einen Artikel selbst geschrieben hast – und da ist der Haken. Im Wiki können zu viele zu jeder Zeit editieren, so dass planvolles Arbeiten nicht möglich ist.

    liebe Grüße,
    Knut

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    1. Hallo Knut, weißt du, eines ist sicher, die Mehrheit entscheidet, darum werden die Wenigen, die Vielen regieren. 🙂 Die WP ist in der Mehrheit und was ich tun kann, zumindest bei den thelemischen Artikeln, diese einigermaßen im Lot zu halten. Wobei ich überrascht bin, dass da sehr selten was kommt. Und die Mitarbeiter/innen und * die ich dort kenne, sind doch recht zugänglich, wenn es um Sachargumente geht. Die WP ist im politischen Bereich, nur noch auf der linken Seite, aber das hat auch sein gutes. Es geht trotzdem weiter! Und wie ich schrieb, es ist am Ende nur ein Spiel. Denn, welches System soll ich nehmen um es als Wahrheit zu deklarieren, es geht eben nur „tu was du willst“. Das wurde mir in der Coronakrise so richtig klar. Wem soll man noch glauben? Lass es, nutze die Situation und gehe deinen Weg.

      Es beschämt mich trotzdem, wie „meine“ Mitarbeiter/Innen und * mit bestimmten Themen umgehen und ich mir denke, ich gehöre dazu, was soll der Scheiß?! Hach, diese Moral in mir, ein stetiger Wegweiser, wohin es „eigentlich“ gehen soll. 😉

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      1. „die Mehrheit entscheidet, darum werden die Wenigen, die Vielen regieren.“
        Das verstehe ich nicht. Die Wenigen regieren, weil die Vielen entscheiden? Mir ist klar, dass du auf den L-Vers anspielst, aber ich kann dennoch nicht folgen. Es interessiert mich.

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        1. Die Vielen sind die, welche den Wenigen folgen, die, welche noch nicht wissen wohin sie gehen sollen. Ich denke, damit sind die Sklaven gemeint. Menschen die Götter sind, aber dieses noch nicht erkannt haben. Sie folgen (zu Recht) und gehorchen (auch zu Recht). Sie sind die, wo meinen außerhalb von ihnen ist eine Macht die über sie steht und erst begreifen sollten, dass sie und die anderen gemeinsam eine Welt erschaffen und am Ende erkennen: „huch, das mache ich ja alles selber und huch, das ich gibt es nicht…“ ;-).

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          1. Die Welt ist für mich auch hierarchisch aufgebaut. Beobachte ich meine Umgebung, sehe ich Stark gegen Schwach, mal ganz einfach ausgedrückt. So erlebe ich auch die Welt mit uns Menschen. Es gibt Starke, denen folgt man und tut was sie sagen. In der Tierwelt ist es natürlich auch so und in der Pflanzenwelt heißt es, sei stark oder sterbe. Besonders bei den Pflanzen aus dem Ausland bzw auch bei den Tieren, sieht man sehr deutlich, was stark genug ist zu überleben. Ich denke, das ist absolut natürlich und hat nichts mit Sozialdarwinismus zu tun. Sondern mit Anpassung oder Autopoiesis, wie Mike es ausdrückte bzw Luhmann im Dissens mit Maturana.

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            1. Ist das nicht eine sehr feste, ja schon mechanistische Sichtweise? Du erwähnst Darwins Überlebenskampf. Der Darwinismus ist ein Kind des Newtonschen Weltbildes (die Welt als großes Räderwerk, Newton sah Gott als den großen Uhrmacher) und auch ein Kind des Calvinismus (Calvin: der Einzelne muss sich durch seine Taten vor Gott und den Menschen beweisen).

              Mir scheint es sinnvoll, bei Newton und Calvin anzusetzen, um sich von dieser Welt(beschreibung) zu lösen. Du sagst ja selbst, der Kampf jeder gegen jeden sei „natürlich“ – ich übersetze: diese Sicht ist uns sehr vertraut, jeder in der Gesellschaft versteht es. Wenn man nur die heutigen Ausformungen kritisiert und nicht an den Grundlagen rüttelt, kriegt man auch nur eine ‚Alternative‘, die wieder auf dem Gewohnten basiert.

              Ich wüsste nicht, wie man eine magische Welt haben kann, wenn man ‚Stark gegen Schwach‘ als Beschreibung der Wirklichkeit nimmt. Also beschreiben wir die Welt anders! 🙂

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              1. Sagen wir es mal so, was ist nicht mechanisch? Crowley rühmte sich, dass er in der Analyse durch die Astrologie eine extrem hohe Trefferquote hatte. Impliziert das nicht, dass es sowas wie eine statische Welt gibt? Was ist mit dem Orakel des LLL, impliziert das nicht auch, es ist vorhersehbar und statisch, dass wenn du x machst passiert y? Was ist mit der Formel Tu was du willst? Auch das Impliziert für mich eine Statik: nur so, kannst du den Weg der Freiheit gehen, welche du aber nie erreichen kannst. Oder nimm die Formel IAO, du wirst es immer in deinem Leben antreffen oder was ist mit dem Leben und dem Tod? Ich kann es drehen und wenden wie ich will, ich finde immer sowas wie eine Statik, ein „es ist schon da“.

                Und darum, wie Nuit sagte, ich bin Liebe, und das heißt für mich: Liebe ist schon da, man muss sie nur entdecken, die Möglichkeiten können wir frei wählen und wir können die Möglichkeiten immer wieder neu zusammenbinden, lösen oder auch einfach sein lassen. Das ist für mich die Schöpfung, aus den vorhandenen, unendlich vielen Möglichkeiten, eine neue Welt zu kreieren, durch unseren Willen, wie wir sind, wie wir schon immer waren und sein wollen. Aber die Möglichkeiten sind definitiv da. 🙂

                Ein großen Problem, mit dem ich mich noch herumplagen muss. 🙂

                Doch es gibt Hoffnung! Da wir eh nie frei sind, werden wir trotzdem immer neue Möglichkeiten suchen um freier zu werden. Habe ich die Situation x gemeistert, dann auf zur nächsten Situation, um dort zu lernen. Erfolg ist dein Beweis! Erobere, das genügt! Was kann ich erobern, als nur neue Möglichkeiten, diese zu integrieren und weiter zu gehen? Das ist die einzige Unvorhersehbarkeit, ich weiß nicht was ich noch alles zu lernen habe. 🙂

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                1. Du fragst nach dem Starren, Festen, ich würde sagen: nach dem Gesetzmäßigen in allen Dingen. Ja in jedem Phänomen gibt es Gesetzmäßigkeit, der Wahre Wille fällt nicht vom Himmel, die Liebe nicht, astrologische Deutungen nicht.

                  Aber mir scheint, als ob du das Teil mit dem Ganzen verwechselst, wenn du von diesem Tatbestand ausgehend fragst, was ist denn nicht mechanisch (nicht gesetzmäßig)? Antwort: Na, alles andere! 🙂 Ein Horoskop ist ein Muster, das ein Kundiger deuten kann. Der Ratsuchende fragt und Crowley erfasst, was das Horoskop für diesen Fragenden für diese Frage sagen will. Wäre überall *nur* Regel/ Gesetz, wäre doch gar kein Entscheidungsbedarf vorhanden, oder der Fragende könnte jeden X-beliebigen fragen, was er tun soll. Oder würfeln.

                  Nachtrag, um der Genauigkeit willen: ich hatte von ‚mechanistisch‘ gesprochen, nicht von mechanisch. Mechanik ist ein Teilbereich der Physik, mechanistisch ist eine Auffassung, die die ganze Welt als quasi-physikalisch beschreibt, damit wird die Geltung der Physik zu weit gefasst (Physik behandelt unbelebte Körper) und die Welt wird öde.

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